Barista: Du bist Demokratietrainer. Was muss ich mir bitte darunter vorstellen?
Julian Hörndlein: Als Demokratietrainer versuche ich, demokratische Werte in den Verein und den Verband zu tragen. Dabei geht es nicht darum, irgendwelche politischen Statements zu setzen. Vielmehr geht es mir darum, das, was uns im Sport zusammenhält, zu fördern: Gemeinschaftsgefühl, Teilhabe, Sicherheit im Sport. Auf Verbandsebene gebe ich Workshops, im eigenen Verein versuche ich, die in der Ausbildung erlernten Inhalte praktisch umzusetzen. Das hat in der Vergangenheit bereits geklappt: Ich habe bei mir im Verein, der SpVgg/DJK Heroldsbach/Thurn, ein Gewaltschutzkonzept eingeführt und bin inzwischen auch Vorstand Kinder- und Jugendschutz.
Das klingt nach einer umfassenden Aufgabe. Du arbeitest ja auch im Social-Media-Team von TEAM Sport-Bayern mit. Wie wollt ihr das Ausbildungsangebot in die Vereine tragen?
Wir möchten ganz konkret zeigen, was es bedeutet, Demokratietrainer zu werden und zu sein. Ich bin überzeugt davon: Wer eine klare Vorstellung davon hat, was ihn oder sie in der Ausbildung erwartet, der interessiert sich mehr dafür und hat infolgedessen auch mehr Spaß an der Ausbildung. Gemeinsam mit dem TEAM Sport-Bayern-Team möchte ich das einzigartige Angebot von Demokratietrainer/-innen im Sport bekannter machen und Menschen davon überzeugen, sich in diesem Gebiet weiterzubilden.
Was kann ein guter Social-Media-Post, was lange, wortreiche Erklärungen nicht können?
Ein guter Post kann ganz handfest zeigen, was zuvor vielleicht nur eine Annahme war. In meiner Arbeit versuche ich, einen möglichst realitätsnahen Einblick in die Ausbildung und die Arbeit als Demokratietrainer zu geben. Die gewisse Prise Humor darf dabei natürlich nicht fehlen. Schließlich sind wir auch alle auf den Social-Media-Plattformen unterwegs, um unterhalten zu werden und vielleicht auch mal zu lachen.
Wenn du nach deiner jetzigen Erfahrung jemandem im Sport ganz schnell die Ausbildung empfehlen wolltest, was wären deine wichtigsten drei Argumente?
Das wichtigste Argument ist für mich, dass man durch die Ausbildung seinen Verein attraktiver machen kann – und das für potenzielle Ehrenamtliche wie auch für Neumitglieder. Transparente Strukturen mit vielen Möglichkeiten zur Teilhabe sorgen dafür, dass sich die Sportlerinnen und Sportler langfristig wohl fühlen und dem Verein die Treue halten. Außerdem ist die Demokratietrainer/innen-Ausbildung in ein Netzwerk aus ganz tollen Menschen eingebettet. Ich durfte viele spannende Persönlichkeiten aus ganz vielen unterschiedlichen Sportarten kennenlernen. Von dieser Gemeinschaft profitiere ich bis heute. Zu guter Letzt ist die Ausbildung natürlich auch ein Zeichen: Ich stehe für unsere demokratischen Grundwerte, für Gemeinschaft, Diversität und Zusammenhalt ein!
Fotograf Andreas Klupp
