Wenn am 23. Mai deutsch­land­weit der „Ehren­tag“ gefei­ert wird, steht eine Rechts­norm im Mit­tel­punkt, die oft abs­trakt wirkt – das Grund­ge­setz der Bun­des­re­pu­blik Deutsch­land. Die Wer­te unse­rer Ver­fas­sung prä­gen seit 1949 aber nicht nur poli­ti­sche Insti­tu­tio­nen oder Gerich­te. Sie begeg­nen uns auch dort, wo Men­schen gemein­sam trai­nie­ren, dis­ku­tie­ren, gewin­nen, ver­lie­ren und Ver­ant­wor­tung über­neh­men: im Sportverein.

Gera­de im orga­ni­sier­ten Sport zeigt sich wie unter einem Brenn­glas, wie gesell­schaft­li­ches Zusam­men­le­ben funk­tio­niert. Unter­schied­li­che Gene­ra­tio­nen, sozia­le Hin­ter­grün­de, Welt­an­schau­un­gen und Lebens­rea­li­tä­ten tref­fen hier unmit­tel­bar auf­ein­an­der. Kon­flik­te blei­ben dabei nicht aus. Ent­schei­dend ist jedoch, WIE mit ihnen umge­gan­gen wird.

Sport als größ­te Bür­ger­be­we­gung Deutschlands

Mit Mil­lio­nen Mit­glied­schaf­ten sind Sport­ver­ei­ne die größ­te zivil­ge­sell­schaft­li­che Bewe­gung Deutsch­lands. Sie ver­bin­den Men­schen weit über kul­tu­rel­le, sozia­le oder sprach­li­che Gren­zen hin­weg. Gleich­zei­tig bil­den sie auch gesell­schaft­li­che Span­nun­gen und Her­aus­for­de­run­gen ab. Der Sport­platz ist des­halb nicht nur Ort des Wett­be­werbs, son­dern auch ein Raum geleb­ter Demokratie:

  • Regeln gel­ten für alle
  • Ver­ant­wor­tung wird geteilt
  • Mit­be­stim­mung wird eingeübt
  • Fair­ness und Respekt wer­den prak­tisch erfahrbar

„Ins­be­son­de­re vie­le jun­ge Men­schen erle­ben im Sport­ver­ein erst­mals, was es bedeu­tet, Teil einer Gemein­schaft zu sein – und die­se aktiv mit­zu­ge­stal­ten. Oft ein gan­zes Leben lang“, erklärt Flo­ri­an Gei­ger, 1. Vor­sit­zen­der von TEAM Sport-Bayern.

Demo­kra­tie ent­steht im All­tag“, sagt Eva Straub, stell­ver­tre­ten­de TSB-Vor­sit­zen­de und ver­ant­wort­lich für das TSB-Pro­jekt „Sport schafft Wer­te“. Dabei gehe es sel­ten um gro­ße poli­ti­sche Debat­ten. „Demo­kra­tie zeigt sich im Sport oft in klei­nen Situa­tio­nen – wenn unter­schied­li­che Mei­nun­gen auf­ein­an­der­tref­fen und aus­ge­hal­ten wer­den, wenn Ver­ant­wor­tung über­nom­men wird, wenn Regeln gemein­sam getra­gen wer­den oder wenn jemand bewusst ein­be­zo­gen statt aus­ge­schlos­sen wird.“ Gera­de die­se all­täg­li­chen Erfah­run­gen mache den Sport so wert­voll für den gesell­schaft­li­chen Zusammenhalt.

Sport als Lösungsraum

Genau hier setzt das TSB-Pro­jekt „Sport schafft Wer­te“ an. Das Pro­jekt unter­stützt Ver­ei­ne und Ver­bän­de dabei, Wer­te wie Respekt, Teil­ha­be, Viel­falt und Ver­ant­wor­tung aktiv im Ver­eins­all­tag zu ver­an­kern. Dabei geht es aus­drück­lich nicht dar­um, Ver­ei­ne zu beleh­ren oder Pro­ble­me zu dra­ma­ti­sie­ren. Viel­mehr sol­len bestehen­de Stär­ken sicht­bar gemacht und Ver­ant­wort­li­che dabei unter­stützt wer­den, eine posi­ti­ve und zukunfts­fä­hi­ge Ver­eins­kul­tur wei­ter­zu­ent­wi­ckeln. Hier­zu schaf­fen Work­shops, Bil­dungs­an­ge­bo­te, Kom­mu­ni­ka­ti­ons­for­ma­te und regio­na­le Pro­jekt­ar­beit kon­kre­te Werk­zeu­ge und pra­xis­na­he Unter­stüt­zung, getreu nach dem TEAM Sport- Bay­ern Mot­to: Aus der Pra­xis. Für die Praxis.