Moder­ne Ver­eins­ent­wick­lung bedeu­tet heu­te weit mehr als Sport­or­ga­ni­sa­ti­on. Die vier­te Aus­ga­be von Sport­platz­welt LIVE pre­sen­ted by SLC Manage­ment rück­te Ende Juni in der Köl­ner Stra­ßen­ki­cker-Base aktu­el­le The­men des Brei­ten­sports in den Fokus von ver­schie­de­nen Fach­vor­trä­gen, Key­notes und Dis­kus­si­ons­run­den. TEAM Sport-Bay­ern war als Part­ner des Fach­por­tals Sport­platz­welt mit einem eige­nen Bei­trag dabei. Refe­rent und Demo­kra­tie­trai­ner Uwe Augus­tin zeig­te, war­um Zusam­men­halt, Betei­li­gung und geleb­te Wer­te zu den wich­tigs­ten Zukunfts­auf­ga­ben von Ver­ei­nen gehören.

Sport­ver­ei­ne gehö­ren zu den weni­gen Orten unse­rer Gesell­schaft, an denen Men­schen unter­schied­lichs­ter Gene­ra­tio­nen und Hin­ter­grün­de regel­mä­ßig zusam­men­kom­men. Sie sind damit ein Spie­gel der Gesell­schaft und all ihrer tech­no­lo­gi­schen, kul­tu­rel­len und orga­ni­sa­to­ri­schen Ent­wick­lun­gen. Inso­fern waren die The­men des Brei­ten­sport-Kon­gres­ses „Sport­platz­welt LIVE“, der Ende Juni erst­mals in der Köl­ner Stra­ßen­ki­cker-Base statt­fand, so heiß wie die Außen­tem­pe­ra­tu­ren in der Dom­stadt. Vor allem aber waren sie direkt am Puls der Zeit. So infor­mier­ten ver­schie­de­ne Fach­vor­trä­ge und Key­notes die über 300 Teil­neh­men­den in sie­ben Stun­den Pro­gramm auf zwei Büh­nen mit 26 „Spea­k­ers“ über aktu­el­le und künf­ti­ge The­men des orga­ni­sier­ten Brei­ten­sports. Vom zukunfts­fä­hi­gen, digi­ta­len Ver­eins­ma­nage­ment und den Chan­cen eines Enga­ge­ments im offe­nen Ganz­tag und ande­ren Bil­dungs­ein­rich­tun­gen über Künst­li­che Intel­li­genz und das Zusam­men­spiel von Haupt- und Ehren­amt bis hin zu gene­ra­ti­ons­spe­zi­fi­schen Ver­eins­an­ge­bo­ten und der Rol­le des orga­ni­sier­ten Brei­ten­sports bei der Ver­mitt­lung demo­kra­ti­scher Werte.

Gemein­schaft in Ver­ant­wor­tung füreinander

„Gemein­schaft ent­steht nicht auto­ma­tisch“, stell­te Uwe Augus­tin, TSB-Exper­te für Extre­mis­mus und Dis­kri­mi­nie­rung in Sport und Ver­ein, in sei­nem Vor­trag fest. „Gemein­sa­mes Trai­ning allein reicht nicht. Ver­eins­kul­tur ent­steht im All­tag. Hal­tung zeigt sich im Umgang mit­ein­an­der.“ Damit war der Ton gesetzt in sei­nem Vor­trag. Wer­te müss­ten sicht­bar wer­den, unter­strich Augus­tin. Nicht das Leit­bild ent­schei­de, son­dern der geleb­te All­tag. „Gemein­sa­mer Sport allein schafft noch kei­ne Gemein­schaft. Sie ent­steht erst dort, wo Men­schen Ver­ant­wor­tung für­ein­an­der über­neh­men, Kon­flik­te lösen, Unter­schie­de aus­hal­ten und sich aktiv in das Ver­eins­le­ben ein­brin­gen.“ Genau hier set­ze Demo­kra­tie­bil­dung im Sport­ver­ein an.

Die Wahr­heit liegt auf dem Platz

„Auf dem Sport­platz, in der Hal­le, bei Trai­ning und Wett­kampf wer­den Regeln akzep­tiert, Ver­ant­wor­tung über­nom­men, Kon­flik­te aus­ge­hal­ten und gemein­sa­me Lösun­gen ent­wi­ckelt“, so Augus­tin. Dies sei­en Fähig­kei­ten, die nicht nur den Sport prä­gen, son­dern auch das gesell­schaft­li­che Zusam­men­le­ben stärk­ten. „Demo­kra­tie beginnt des­halb nicht erst bei Wah­len oder poli­ti­schen Debat­ten. Sie beginnt dort, wo Men­schen Ver­ant­wor­tung für­ein­an­der über­neh­men, egal ob im Ver­ein, in der Hal­le, auf dem Sport­platz, im Team und im täg­li­chen Miteinander.“

Demokratietrainer/in: Eine Aus­bil­dung mit ver­bin­den­dem Charakter

Kom­pe­ten­zen genau dafür zu ent­wi­ckeln und wei­ter zu stär­ken, so Augus­tin wei­ter, ste­he ganz oben auf dem Lehr- und Lern­plan der Aus­bil­dung zum/zur Demokratietrainer/in, die TEAM Sport-Bay­ern aktu­ell Inter­es­sen­ten aus baye­ri­schen Sport­fach­ver­bän­den und Ver­ei­nen, aber auch aus ande­ren Bun­des­län­dern anbie­tet. Sie ist auf­ge­baut in sechs Modul­blö­cken und rich­tet sich an alle, die sich mit den Her­aus­for­de­run­gen, den demo­kra­ti­schen Struk­tu­ren im orga­ni­sier­ten Sport und nach­hal­ti­gen Ver­än­de­run­gen beschäf­ti­gen wol­len. Die Aus­bil­dung wie auch die Arbeit als Demokratietrainer/in ver­bin­det sich mit einem C‑Trainerschein und ist damit förderfähig.

Dass es sowohl das TSB-Pro­jekt „Sport schafft Wer­te“ wie auch die Aus­bil­dung von Demokratietrainer/innen als The­men einer der wich­tigs­ten Fach­ver­an­stal­tun­gen für Vereins‑, Ver­bands- und Sport­stät­ten­ent­wick­lung Ein­gang gefun­den haben, zeigt deren wach­sen­de Bedeu­tung für den orga­ni­sier­ten Sport und die Rele­vanz des Forums Sport­platz­welt LIVE. Brei­ten­sport, das wur­de in Köln mehr als deut­lich, ist näm­lich längst so viel mehr als „schnel­ler, höher, wei­ter“ und blo­ßer Ergeb­nis­dienst. Ver­ant­wort­li­che aus allen Berei­chen des Brei­ten­sports brach­ten bei allem immer eine ganz­heit­li­che Per­spek­ti­ve auf den Sport mit nach Köln. Sie erfasst alle der­zeit maß­geb­li­chen Aspek­te des Sports.

Das Fazit: Brei­ten­sport lebt mit Begeis­te­rung und kla­rer Werteorientierung

Das Fazit der Sport­platz­welt LIVE fällt viel­schich­tig aus, lässt sich aber auch so auf den Punkt brin­gen: Zukunfts­fä­hi­ge Ver­ei­ne inves­tie­ren eben­so in ihre Infra­struk­tur wie auch in ihre Kul­tur. Sie schaf­fen Räu­me für Betei­li­gung, stär­ken das Ehren­amt und för­dern einen respekt­vol­len Umgang mit­ein­an­der. Und bewahr­hei­ten damit zugleich ein­mal mehr den TSB-Pro­jekt­ti­tel: „Sport schafft Werte.“

Text: TEAM Sport-Bay­ern e.V., Bil­der: Sebas­ti­an Bahr