Wenn’s in der Halle laut wird: Kampfrichter mit Souveränität stärken.
Am 25. Juli ging es im Rahmen der jährlichen Kampfrichter-Fortbildung des Bayerischen Ringer-Verbandes in der Sportschule Oberhaching um Respekt, klare Kommunikation und Handlungssicherheit. Gemeinsam mit TEAM Sport-Bayern stand einen Tag lang die Frage im Mittelpunkt: Wie können Kampfrichter auch in herausfordernden Situationen souverän auftreten und ihre wichtige Rolle im Sport selbstbewusst ausfüllen?
Die Teilnehmergruppe war so vielfältig wie das Kampfrichterwesen selbst. Neben einer Kampfrichterin nahmen zahlreiche Kampfrichter aus ganz Bayern teil. Von jungen Einsteigern bis hin zu erfahrenen Schiedsrichtern, die bereits seit mehreren Jahrzehnten auf der Matte stehen haben sich alle am Vormittag im Seminarraum eingefunden. Trotz der unterschiedlichen Erfahrungen entstand schnell ein offener und vertrauensvoller Austausch. Gemeinsam wurden Parallelen, aber auch Unterschiede zwischen den verschiedenen Einsatzbereichen und persönlichen Erfahrungen herausgearbeitet.
Zum Einstieg berichteten die Teilnehmer von Situationen, die sie in ihrem Kampfrichteralltag als belastend oder herausfordernd empfinden. Schnell zeigte sich: lautstarke Zuschauer, emotionale Trainer oder hitzige Wettkampfsituationen sind allen Teilnehmenden bekannt. Gleichzeitig wurde deutlich, dass jeder Mensch persönliche Grenzen unterschiedlich wahrnimmt. Gemeinsam wurden die Beispiele eingeordnet und diskutiert: Was gehört zu einem emotionalen Wettkampf dazu? Wo beginnt grenzwertiges Verhalten? Und wann ist eine klare Grenze überschritten?
Anschließend wurde anhand verschiedener Videobeispiele aus unterschiedlichen Sportarten erarbeitet, welche Eigenschaften einen souveränen Kampfrichter auszeichnen. Fachkompetenz, Resilienz, klare Kommunikation und eine selbstbewusste Körpersprache standen dabei ebenso im Fokus wie die Fähigkeit, auch unter Druck ruhig und besonnen zu bleiben. In Gruppenarbeiten betrachteten die Teilnehmer diese Aspekte aus verschiedenen Perspektiven, wie z.B. aus Sicht der Kampfrichterkollegen, der Sportler sowie der Veranstalter.
Auch die praktischen Übungen kamen nicht zu kurz. Beim sogenannten „Hexenkessel“ erlebten die Teilnehmer, wie sich hoher äußerer Druck anfühlen kann und welche Strategien dabei helfen, auch in stressigen Situationen handlungsfähig zu bleiben. Ergänzt wurde der Workshop mit dem Referentenduo Richard Straub und Eva Straub durch konkrete Sicherheitstipps für kritische Situationen sowie praxisnahe Handlungsempfehlungen für den Wettkampfalltag.
Zum Abschluss hielt jeder Teilnehmer auf einer Moderationskarte fest, welche persönlichen Erkenntnisse er aus dem Workshop mitnimmt und welche Ziele er künftig in seinem Kampfrichteralltag umsetzen möchte. Die Karten sollen künftig bei den Einsätzen begleiten und immer wieder daran erinnern, die eigene Haltung bewusst zu reflektieren.
Denn eines wurde an diesem Tag besonders deutlich: Ein fairer Wettkampf braucht nicht nur gute Sportler und Sportlerinnen, sondern auch starke und wertgeschätzte Kampfrichter.
Der Workshop für den Ringer-Verband wurde im Rahmen des Projektes „Sport schafft Werte“ angeboten.
Du möchtest in deiner Sportart ebenfalls einen Workshop o.ä. für deine Kampfrichter anbieten? Dann melde dich einfach per Mail bei uns werte-im-sport@team-sport-bayern.de
