Kick­off in Regens­burg: Hoch­schul­ko­ope­ra­ti­on geht in die nächs­te Phase

Es ist ein küh­ler Nach­mit­tag in der Armin-Wolf-Are­na in Regens­burg. Die Son­ne spit­zelt her­aus, auf dem Fair Ter­ri­to­ry tref­fen die ers­ten Base­bal­ler ein. Es gibt an die­sem 31. März schon eine Ahnung von Früh­ling. Im Mee­ting­raum des Bun­des­leis­tungs­zen­trums Base­ball tref­fen sich das TSB-Pro­jekt­team „Sport schafft Wer­te“, fünf Stu­die­ren­de des Mas­ter­stu­di­en­gangs Mar­ken- und Medi­en­me­di­en­ma­nage­ment der Tech­ni­schen Hoch­schu­le Würz­burg-Schwein­furt (THWS) und Stu­di­en­gangs­lei­ter Prof. Dr. Thi­lo Büsching zum Auf­takt der zwei­ten Pha­se der Hoch­schul­ko­ope­ra­ti­on im Pro­jekt „Sport schafft Wer­te“. Das Ziel: die Kom­mu­ni­ka­ti­on zur Wer­te­ori­en­tie­rung und Wer­te­ver­mitt­lung des orga­ni­sier­ten Sports stra­te­gisch wei­ter­zu­ent­wi­ckeln. Der Blick wird vor allem auf jun­ge Ziel­grup­pen, die Ver­bin­dung von sport­li­chen und gesell­schaft­li­chen Wer­ten sowie neue media­le Mög­lich­kei­ten im digi­ta­len Zeit­al­ter, gerichtet.

TEAM Sport-Bay­ern setzt nach einem erfolg­rei­chen ers­ten Pra­xis­pro­jekt im Win­ter­se­mes­ter 2025/26 erneut auf die Zusam­men­ar­beit mit THWS. Dies­mal mit vol­ler Frau­en-Power. Jen­ny Cao, Anna-Sophie Kuhnt, Lara Mein­ke, Ste­fa­nie Gött­ler und Julia Schä­fer bil­den im Som­mer­se­mes­ter 2026 als Mas­ter­stu­die­ren­de des Stu­di­en­gangs Mar­ken- und Medi­en­ma­nage­ment das soge­nann­te „M3VE“-Team und füh­ren die Win­ter­se­mes­ter ent­wi­ckel­ten Ansät­ze wei­ter. Pro­fes­sio­nell unter­stützt wer­den sie von Alex­an­der Dra­heim, Lehr­be­auf­trag­ter an der THWS und Co-Geschäfts­füh­rer der Würz­bur­ger Film- und Video­pro­duk­ti­ons­fir­ma Boxfish.

Vom Sto­rytel­ling zur Umset­zung im Vereinsalltag

Wäh­rend in der ers­ten Pro­jekt­pha­se vor allem Grund­la­gen­ar­beit geleis­tet wur­de – Ana­ly­se und KI-unter­stütz­te Ent­wick­lung von Sto­rytel­ling-For­ma­ten, sowie ers­te exem­pla­ri­sche Video­um­set­zun­gen – rückt nun die Ein­bin­dung des „Sport-schafft-Werte“-Storytellings in mög­li­che Kam­pa­gnen­for­ma­te von Sport­fach­ver­bän­den stär­ker in den Mit­tel­punkt. Ziel ist es, näher an den sport­li­chen All­tag her­an­zu­rü­cken und dar­aus eine authen­ti­sche Con­tent-Spra­che zu ent­wi­ckeln, die vor allem auch in der Ver­bands- und Ver­eins­kom­mu­ni­ka­ti­on funk­tio­niert und anschluss­fä­hig ist.

Die For­schungs­leit­fra­ge for­mu­liert dies klar: Wie kön­nen demo­kra­ti­sche Wer­te in Sport-Vide­os so ver­mit­telt wer­den, dass sie im sport­li­chen, pri­va­ten und beruf­li­chen Kon­text aktiv gelebt werden?

Dazu ana­ly­sie­ren die Stu­die­ren­den im Som­mer­se­mes­ter gezielt drei Sport­ar­ten (Base­ball, Rin­gen und Eis­ho­ckey) und arbei­ten her­aus, wie sich deren spe­zi­fi­sche Kul­tur und Dyna­mik in eine glaub­wür­di­ge Bild­spra­che über­set­zen lassen.

Sport als Spie­gel und als Lösungsraum

Ein zen­tra­ler Aus­gangs­punkt der Arbeit: Sport ist nicht nur Spie­gel gesell­schaft­li­cher Ent­wick­lun­gen, son­dern auch ein Raum, in dem kon­kre­te Lösun­gen ent­ste­hen kön­nen. Die Stu­die­ren­den haben dazu für den Kick­off vier Span­nungs­fel­der iden­ti­fi­ziert, die im Sport wie in der Gesell­schaft wirk­sam werden:

  • Macht­miss­brauch ver­sus Mitbestimmung
  • Homo­ge­ni­tät ver­sus Vielfalt
  • Leis­tungs­druck ver­sus Wertevermittlung
  • Tabui­sie­rung und Dis­kri­mi­nie­rung ver­sus Toleranz

Die­se Gegen­über­stel­lun­gen bil­den die Grund­la­ge für die Ent­wick­lung von Kom­mu­ni­ka­ti­ons­an­sät­zen und Sto­ry­li­nes, die nicht nur Pro­ble­me benen­nen, son­dern Per­spek­ti­ven aufzeigen.

Struk­tur statt Zufall

Ein beson­de­rer Schwer­punkt der zwei­ten Pro­jekt­pha­se liegt auf der metho­di­schen und tech­ni­schen Umset­zung inner­halb einer KI-gestütz­ten Kom­mu­ni­ka­ti­ons­struk­tur, die repro­du­zier­ba­re Ergeb­nis­se ermöglicht.

Kern die­ser Arbeit ist das von Pro­fes­sor Büsching ent­wi­ckel­te KI-Prompt-Frame­work „ROCKETS+Q“. Dahin­ter steht ein sys­te­ma­ti­scher Ansatz zur Con­tent-Pro­duk­ti­on, der kla­re Rol­len, Ziel­de­fi­ni­tio­nen, Kon­text­in­for­ma­tio­nen, metho­di­sche Schrit­te und Qua­li­täts­kri­te­ri­en ver­bin­det. Ziel ist es, die Erstel­lung von Inhal­ten nicht dem Zufall zu über­las­sen, son­dern struk­tu­riert, ite­ra­tiv und wis­sen­schaft­lich fun­diert zu gestal­ten. Damit ent­steht eine ska­lier­ba­re Grund­la­ge, die auch über die jetzt ange­peil­ten Video­pro­duk­tio­nen hin­aus nutz­bar bleibt.

Pra­xis­nä­he als ent­schei­den­der Faktor

Dass Theo­rie und KI-Inte­gra­ti­on allein nicht aus­rei­chen, wur­de beim Kick­off in Regens­burg deut­lich. Armin Zim­mer­mann, stell­ver­tre­ten­der TSB-Vor­sit­zen­der sowie Vor­stands­vor­sit­zen­der Legio­nä­re AG und Vor­stand Legio­nä­re e.V. und Vize­prä­si­dent des Deut­schen Base­ball- und Soft­ball Ver­bands e.V., gab den Stu­die­ren­den Ein­blick in die Sport­art und die in beson­de­rer Wei­se auf Fair­ness, Mit­ein­an­der und gegen­sei­ti­gen Respekt auf­ge­bau­te Baseball-„Kultur“.

Ergänzt wur­de die­se Per­spek­ti­ve durch einen akti­ven Eis­ho­ckey-Pro­fi. Leo­nard Mös­sin­ger (Pas­sau Black Hawks, Ober­li­ga Süd), ein ehe­ma­li­ge Absol­vent des im Bun­des­leis­tungs­zen­trum ange­sie­del­ten Sport­in­ter­nat für Base­ball und Eis­ho­ckey, nahm die Stu­die­ren­den mit in die „Den­ke“ eines Eis­ho­ckey-Spie­lers und zeig­te ihnen ein­drucks­voll auf, dass das auf den ers­ten Blick knall­har­te Spiel, in dem es „Mann-gegen-Mann“ auch rich­tig zur Sache geht, von einem tie­fen Respekt für die Mit­spie­ler aber auch für den Geg­ner (wenn das Spiel gespielt ist) geprägt ist. Auch in einer ver­meint­lich har­ten Sport­art sei der respekt­vol­le Umgang mit Mit- und Gegen­spie­lern sowie den Schieds­rich­tern ein zen­tra­ler Bestand­teil der geleb­ten Kultur.

Gera­de die­ser „Blick von innen“ ist für die Stu­die­ren­den ent­schei­dend, um mit ihren Sto­ries dann den Unter­schied machen zu kön­nen. Glaub­wür­di­ge Kom­mu­ni­ka­ti­on im Sport braucht Authen­ti­zi­tät und ein tie­fes Ver­ständ­nis der jewei­li­gen Sportart.

Agi­les Arbei­ten bis zur Umsetzung

Bis zur fina­len Prä­sen­ta­ti­on Anfang Juli ist der Pro­jekt­pro­zess bewusst agil ange­legt. In meh­re­ren Sprints, Feed­back­schlei­fen und Abstim­mungs­run­den arbei­ten Stu­die­ren­de, Hoch­schu­le und TEAM Sport-Bay­ern eng zusam­men. Geplant sind drei Video­for­ma­te: eine Pro­duk­ti­on auf pro­fes­sio­nel­lem Niveau sowie zwei wei­te­re For­ma­te, die bewusst mit ein­fa­chen Mit­teln (Smart­phone und ein­fa­chen, kos­ten­los oder güns­tig zugän­gi­gen Bear­bei­tungs­tools) umge­setzt wer­den. Damit soll sicher­ge­stellt wer­den, dass die Ergeb­nis­se des Pro­jekts spä­ter auch für eige­ne Ideen von Ver­ei­nen und Ver­bän­den tat­säch­lich nutz­bar sind.

Pro­jekt­lei­te­rin Valen­ti­na Weigt zog am Ende eine posi­ti­ve Bilanz des Kick­off: „Das M3ve ‑Team hat tol­le Vor­ar­beit geleis­tet und schon jetzt span­nen­de Impul­se set­zen kön­nen. Wir sind auf einem guten Weg, die Ver­bin­dung aus sport­fach­li­cher Exper­ti­se, wis­sen­schaft­li­cher Metho­dik und moder­ner Medi­en­pro­duk­ti­on so mit Leben zu fül­len, dass es gelingt, die­se Ansät­ze am Ende auch in den All­tag der Ver­ei­ne zu über­tra­gen.“ Jetzt gel­te es, in den kom­men­den Mona­ten aus Kon­zep­ten kon­kre­te Inhal­te und span­nen­de Vide­os wer­den zu las­sen. „Wir neh­men wert­vol­le Sport-Insights mit und sind jetzt noch moti­vier­ter“, brach­te Stu­di­en­lei­ter Pro­fes­sor Büsching das Kick­off-Fazit des M3ve-Teams auf den Punkt. Don­nern­der Schluss­ap­plaus, der rüber­weht aufs Fair Ter­ri­to­ry, wo das Trai­ning der Gug­gen­berg Legio­nä­re im vol­len Gang ist.